250 zu 14

250:14, ein gutes Verhältnis, auch wenn jeder verdammte Nazi einer zuviel ist.
Gesehen haben wir das Elend, gehört haben wir nichts. Jever war laut und unmißverständlich. Nazis haben keinen Platz bei uns und bekommen keinen Meter geschenkt.

Die NPD-Demotruppe bestand aus den Vertretern des Landesverbandes samt Anhang, sowie den Abordnungen wohl aller aktiven NPD-Mitglieder aus Wilhelmshaven und Oldenburg. So kam man insgesamt und mit großer Kraftanstrengung auf 14 Faschisten.

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Foto: Gegenwind

Aus Wilhelmshaven waren u.a. Jens Wagenlöhner und Mirco Evers angereist. Sascha Burmeister durfte auch nicht fehlen. Aber die Fotos sagen ja eh alles. Bis auf wenige Gesichter ein Abbild des Landesparteitages.

Die NPD Niedersachsen minimiert den antifaschistischen Protest auf 100 “Krawallmacher” und dichtet noch schnell viele interessierte Passanten dazu, die den Worten der Nazi-Aufpeitscher gelauscht hätten.

Besonders beklagt die NPD, daß die doch ach so konspirativ geplante Kundgebung öffentlich wurde und die Bürger somit die Chance bekommen hätten, gegen Faschismus, Ausländerhaß und menschenverachtende Reden zu demonstrieren.

Zu den Bilder der Recherche Nord

NPD-Kundgebung am Samstag in Jever

Die NPD veranstaltet am Samstag, 25.10.2014 um 10.30 Uhr eine Kundgebung auf dem alten Markt in Jever. Die vom niedersächsischen NPD-Landesvorsitzenden Ulrich Eigenfeld angemeldete Kundgebung steht in einer Reihe mit weiteren Kundgebungen in Niedersachsen.

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Für Wilhelmshaven sind derzeit keine Kundgebungstermine bekannt.

Die NPD hat für den 25.10.2014 ca. 20-25 Teilnehmer angemeldet. Aus Erfahrungen werden diese von den Veranstaltern mitgebracht. Der überwiegende Teil besteht aus hauseigenen „Ordnern“ der NPD.

Thematisch will sich die NPD auf der Kundgebung mit der „Zukunft“ beschäftigen. Dieses Thema ist auch und besonders für Antifaschisten interessant. Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts ist sich sicher, daß der Einkaufssamstag von Interessierten genutzt wird, sich die Wortbeiträge der NPD anzuhören. Da die NPD auf ihren Kundgebungen auch immer Musik abspielt, könnte es sein, daß diese durch mitgebrachte Instrumente begleitet wird.

Im Gedenken an die Reichspogromnacht

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In Wilhelmshaven

In Oldenburg

9. November 2014 | Beginn: 19:00 Uhr
Gedenkveranstaltung am Synagogenplatz
10. November 2014 | Beginn: 15:00 Uhr
Erinnerungsgang Im Hof der Landesbibliothek
11. November 2014 | Beginn: 19:00 Uhr
Zeitzeugenveranstaltung mit Felix Lipski im Gewerkschaftshaus
10. November 2014 | Beginn: 19:30 Uhr
Zeitzeugenveranstaltung mit Felix Lipski im IBIS, Klävemannstr. 16
15. November 2014 | Beginn 14:00 Uhr
Antifaschistische Stadtrundfahrt am ZOB, Bussteig 8

 

Felix Lipski – Kurzbiographie

Felix Lipski (geb. 1938) war drei Jahre alt, als die Deutschen zunächst im Juni 1941 seine Heimatstadt Minsk bombardierten und nur einen Monat später, im Juli 1941, einmarschierten. Die deutschen Faschisten errichteten sogleich ein Ghetto am Stadtrand, wo sie 80.000 jüdische Menschen einpferchteten. Diese wurden durch ihre Besatzer fortan „Aktionen“ ausgesetzt, wodurch tausende Menschen in den folgenden zwei Jahren den organisierten Pogromen zum Opfer fielen. Doch es gab auch aktiven Widerstand! Lipskis Mutter, Rosa Lipskaja, beteiligte sich ab 1941 am Aufbau der Untergrundorganisation im Ghetto Minsk. Wenige Monate vor der endgültigen Liquidierung des Ghettos, gelang ihr im Sommer 1943 zusammen mit ihrem Sohn, die Flucht. Bis zur Ankunft der Roten Armee im Sommer 1944 waren sie Mitglieder der Partisaneneinheit von Schalom Sorin, die neben einer Kampfkompanie auch eines der wenigen Familienlager unterhielt.

Nach dem Krieg besuchte Felix Lipski die Schule in Minsk, wurde Komsomolze und Parteimitglied. Aufgrund seiner Erfahrungen bei den Partisanen studierte er Medizin und arbeitete als Chirurg zunächst auf dem Land, ab 1965 dann in Minsk. 1998 wanderte das Ehepaar Lipski nach Deutschland aus und ließ sich in Bochum nieder. Die Geschichte des jüdischen Widerstands in den Ghettos und den Wäldern Weißrusslands hat ihn bis heute nicht losgelassen.

Als Präsident bzw. Ehrenpräsident des „Weißrussischen Verbands der ehemaligen jüdischen Häftlinge der nationalsozialistischen Ghettos und KZ” setzt er sich bis heute für die Belange und Anerkennung der jüdischen GhettokämferInnen und der Überlebenden ein.

Alternative Stadtrundfahrt am 30.08.2014

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

auch in diesem Jahr führt das Netzwerk gegen Rechts wieder eine alternative Stadtrundfahrt durch. Sie findet am 30.08.2014, Abfahrt 14:00 Uhr ZOB Nordseepassage statt. Anmeldungen nehmen wir im DGB Büro Wilhelmshaven gerne entgegen und auch der Kartenvorverkauf findet bei uns statt.

Antifaschistische Stadtrundfahrt – lebendige Geschichte als Lehre für die Gegenwart

Wer weiß, mit welcher Kaltblütigkeit, Menschenverachtung und Perfektion der Hitlerfaschismus Mord und Terror verbreitet hat, der wird dem Treiben der Neonazis nicht tatenlos zusehen können. Die antifaschistische Stadtrundfahrt soll zur Aufklärung über den Hitlerfaschismus beitragen und so den antifaschistischen Kampf unterstützen. Das Netzwerk gegen Rechts wendet sich damit auch gegen die Versuche, mit dem Begriff »Extremismus« Täter und Opfer in einen Topf zu werfen.

Kein Fußbreit den Faschisten!

niewieder

Auch in Wilhelmshaven gab es nicht nur das Konzentrationslager am Alten Banter Weg. Es gab weitere Lager, Zwangsarbeit, Erschießungsplätze, es gab die Büros der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), Terror gegen die Arbeiterbewegung, gegen Juden usw. Aber auch dem Widerstand begegnen wir, vom Pfarrhaus bis zu den Werftarbeitern der Kriegsmarinewerft. An rund 20 Stationen tauchen wir ein in die Hitler-Zeit. Wir treffen auf zahlreiche Infotafeln, Gedenksteine und Mahnmale, die man im täglichen Getriebe leicht übersieht.

Während der Rundfahrt werden mit Fakten und authentischen Berichten die geschichtlichen Zusammenhänge und Hintergründe erläutert und Lehren für den antifaschistischen Kampf gezogen. Ablauf Die Fahrt mit dem Bus dauert rund drei Stunden. An einigen Stationen werden wir aussteigen. Start ist am ZOB, Bussteig 8 vor der Nordseepassage. Die Fahrt endet am DGB-Haus, Weserstraße 51 (zu Fuß fünf Minuten vom ZOB). Dort besteht Gelegenheit eine Ausstellung des DGB zur Zerschlagung der Gewerkschaften 1933 auf 9 Tafeln anzusehen. Die Ausstellung ist eine gute Ergänzung zur Stadtrundfahrt, informativ, authentisch und kritisch. Kaffee und andere Getränke stehen bereit. Bücher zum Thema werden angeboten.

Preise 10 €, ermäßigt 5 €
Anmeldung und Vorverkauf Deutscher Gewerkschaftsbund Weserstraße 51,
Tel: 04421 / 18010 eMail: wilhelmshaven@dgb.de

Weitere Informationen auch bei:
Conrad von Pentz, Tel: 04421/204011
doco.pentz@ewetel.net

Netzwerk gegen Rechts – lädt zur öffentlichen Veranstaltung ein!

Rechtspopulismus mit Erfolg?

„Alternative für Deutschland“ (AfD)
Rückt Europa nun immer weiter nach rechts?
Stehen wir vor einem rechten Dammbruch in Europa?

Fachjournalist: Kai Budler
(Publikative.org., der rechte Rand)

Samstag, 26.Juli 2014, 19.00 Uhr im Gewerkschaftshaus, Weserstraße 51, 26382 Wilhelmshaven

Entsprechend § 6 Abs. 1 VersG sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

Die neue braune Ecke Wilhelmshavens?

Am Freitag, den 18.07.2014 erschien auf Seite 27 der Wilhelmshavener Zeitung (WZ) ein Bericht über die Neueröffnung des Backfischkutters in der Parkstr. 3. Bereits vorab hatte das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts darüber berichtet, daß der bekannte rechte Immobilienjongleur Robert Baar hinter dem Backfischkutter stecken könnte. So kam es dann wohl auch, daß die normalerweise sehr umfangreiche Liste der Gratulanten zur Eröffnung in der WZ sehr übersichtlich war.

Auch wurde in dem gesamten Bericht zur Eröffnung des Backfischkutters an keiner Stelle der Name des Betreibers/Inhabers genannt, für die Gastronomie eher ungewöhnlich. Zu den Gratulanten gehörte auch die gegenüber dem Backfischkutter beheimatete Pasta-Bar. Auch auf Facebook gratulierte die Pasta-Bar dem neuen Nachbarn und bewarb den wohlschmeckenden Fisch. Ein kurzer Blick in die Freundesliste der Pasta-Bar bei Facebook führte sodann zur Erhellung.

Unter den Freunden der Pasta-Bar tummeln sich so illustre Gestalten wie der „Deichrabauke Ostfriesland“. Dessen FB-Profil strotzt nur so von kriegsverherrlichenden Bildern und Kommentaren. Bilder mit Reichkriegsflaggen und offenen Nazi-Bekundungen runden das Bild ab. Auch der „Problemfan Wilhelmshaven“ gehört zu den Freunden der Pasta-Bar. Der der rechten Fussballszene des SVW zuzurechnende „Problemfan“ schmückt sein FB-Profil mit NPD-Likes und Nazi-Parolen. Auch „Cest la Vie“ ist mit der Pasta-Bar befreundet. Dieser findet das Nazi-Kleidungslabel „Thor Steinar“ ebenso toll, wie „Leuchtfeuer Ostfriesland“, eine Nazi-Homepage aus Ostfriesland.

Die hier genannten (fast alle der Nazi-Fanclubszene des SVW zugehörigen) Freunde der Pasta-Bar finden sich auch auf dem privaten Profil von Fabian K., augenscheinlich dem Bruder des Inhabers bzw. Mitinhaber der Pasta-Bar. Die beiden K.-Brüder sollen der „Fangemeinschaft“ „Waterkant“ des SVW angehören. Auf älteren Fotos ist einer der beiden K.-Brüder neben dem vorbestraften Nazi Jens-Malte Hillers zu sehen, der grinsend den Hitlergruß zeigt. Beide K-Brüder haben eine lange Tradition in der rechten Fanclubszene des SVW. Schon in der „Fangemeinschaft Young Boyz“ (das Netzwerk gegen Rechts berichtete) waren beide aktiv und unterhielten, scheinbar bis heute, beste Beziehungen zu Nazis und Rechtsextremen.

Neben den hier genannten finden sich weitere Rechtsextreme unter den Freunden auf dem FB-Profil des Fabian K.. Und auch die Söhne von Robert Baar, Sebastian Baar und Tanjev Grimm sind mit K. virtuell befreundet. Robert Baar kann man auch häufig als Gast der Pasta-Bar bewundern. Neben der Pasta-Bar betreiben die beiden K.-Brüder noch ein Restaurant in einem Wilhelmshavener Hotel. Nach außen geben sie sich weltoffen, bei näherem Hinsehen scheinen sie die alten Verbindungen zu ihren Nazi-Freunden aufrecht zu halten.

Nazi kommt über den Hinterhof

Lange war es still um den weit über die Grenzen Wilhelmshavens hinaus bekannten rechten Immobilienjongleur Robert Baar. Baar hatte die Stadt in mehreren Epochen in Atem gehalten

Die Akte Robert Baar begann bereits vor mehreren Jahrzehnten. Immer wieder tauchte der Name Baar im Zusammenhang mit Nazi-Aktivitäten in Wilhelmshaven auf. Ihm wurden enge Kontakte zu z.B. Thorsten de Vries (Gründer des verbotenen Deutschen Kamaradschaftsbundes DKB) und anderen Nazi-Kadern aus der Region nachgesagt.

Mitte der 90er Jahre stieg Baar beim SVW in Wilhelmshaven ein. Als Konsequenz teilte der damalige Oberbürgermeister Menzel mit, dass er aus Protest gegen Baar keine Spiele des SVW mehr besuchen würde.

Kurz vor seinem Suizid suchte ein führender Nazi-Kader aus Wilhelmshaven das Gespräch mit dem Netzwerk gegen Rechts. Helge E., der wenige Wochen nach dem Gespräch tot aufgefunden wurde, war der geistige Kopf der Wilhelmshavener Nazi-Kameradschaft AG Wiking und der NPD. Seine Verbindungen reichten bis in die Parteispitze der NPD.

In dem Gespräch berichtete Helge E. von der langjährigen, umfassenden und andauernden Unterstützung der Nazi-Kameradschaft AG Wiking und der NPD durch Robert Baar. So habe Baar der AG Wiking und der NPD Räumlichkeiten in der Börsenstraße besorgt. Ausgerechnet auf dem Hof der Musikkneipe Kling Klang tummelten sich über Monate Nazis aus der ganzen Region.

Die Wahlplakat-Ständer der NPD seien von Robert Baar eingelagert worden. Auch finanziell hätte Baar seinen „Kameraden“ immer wieder unter die Arme gegriffen. Laut Helge E. scheute Baar aber öffentliche Auftritte mit seinen rechten Freunden.

Der letzte öffentlich wahrgenommene Auftritt Baars fand 2007 statt. In Begleitung seines langjährigen Geschäftspartners Hartmut Heger tauchte Baar zum Versteigerungstermin der maroden Wilhelmshavener Eishalle auf. Zusammen wollten die beiden die Eishalle kaufen. Dieser Plan scheiterte an dem beherzten Widerstand des Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts.

Ein weiterer Firmenname ist die „CDC Grundbesitz und Verwaltungs GmbH & Co. KG“, die in Zusammenhang mit Robert Baar stehen soll. Die Firma besitzt das Haus Weserstrasse 81 in Wilhelmshaven. Auch dort tritt Robert Baar bei den Mietern als „Vertreter“ des Eigentümers auf. Sebastian Baar soll für den Abschluss der Mietverträge zuständig sein. Die Familie Baar wieder vereint.

2014 wird ein neues Kapitel um Robert Baar aufgeschlagen. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit hat Baar scheinbar ein neues Geflecht an Firmen aufgebaut. Dreh- und Angelpunkt sind diesmal wohl seine Söhne, Sebastian Baar und Tanjev Grimm. Auf seinen eigenen Namen scheint Robert Baar seit längerer Zeit keine Geschäfte mehr machen zu wollen (oder zu können?).

Im Zusammenhang mit aktuellen Käufen von Immobilien in Wilhelmshaven tauchen die Namen „Grimm Vermögensverwaltung UG“ (Tanjev Grimm) und die „Sturm/Grimm GbR“ (Tanjev Grimm und Michael Sturm) auf. Neben der Rheinstrasse 91 sollen auch die Gebäude des „Casa Grande“ (Gökerstrasse) und gegenüber der WZ (Parkstrasse) von der Sturm/Grimm GbR gekauft worden sein. Bezüglich weiterer Immobilien wird derzeit noch recherchiert.

Zwar taucht der Name Robert Baar bei diesen Firmen nicht auf, er spielt aber eine zentrale Rolle. Bei den Verkaufsbesichtigungen und bei Begehungen mit Handwerkern zieht Robert Baar scheinbar die Strippen. Oft im Schlepptau ist sein Sohn Sebastian Baar.

Genau dieser Sohn war es dann auch, der die Zusammenhänge ungeahnt deutlich schilderte. Als ein Bewohner der Rheinstrasse 91 Fotos von Handwerksarbeiten machte, stürmte Sebastian Baar sofort los. Sowas wäre nicht erlaubt. „Das Haus gehört meinem Papa“ tönte Sebastian Baar. „Wir dürfen hier machen, was wir wollen, das gehört alles meinem Papa“, führte der Sohn von Robert Baar weiter aus.

Die Frage, wem das Objekt auf dem Papier gehört und wer hier tatsächlich das Sagen hat, hat sich mit den Ausführungen von Sebastian Baar wohl erledigt. Das Auftreten von Robert Baar im Zusammenhang mit den Immobilien bekräftigt dieses Bild nur noch.

Sebastian Baar scheint auch politisch in die Fussstapfen seines Vaters zu treten. So finden sich auf seinem Facebook-Profil unter seinen Freunden z.B. Marcel H., der mit dem derzeit inhaftierten Nazi Christian Schneeweiss ein Treffen des Netzwerk gegen Rechts angegriffen hatte. Auch weitere Namen z.B. aus dem rechtsradikalen Umfeld des SVW, sind unter seinen Freunden aufgelistet.

Direkt nach dem Erwerb der Rheinstrasse 91 machte sich die Strum/Grimm GbR einen guten Namen bei den Mietern. Es wurde ein Sperrmüll angekündigt, die Flure des Hauses würden „entmüllt“. Da Sperrmüll aber nur für Privathaushalte angeboten wird, hätte hier ein kostspieliger Container bestellt werden müssen. Das muss der Familie Grimm/Baar dann wohl zu teuer gewesen sein.

Also schickten sie einen Mitarbeiter los, um auf den Namen eines Mieters Sperrmüll zu beantragen, ohne diesen um Erlaubnis zu fragen. Kurzerhand wurden einfach die Daten auf dem Sperrmüllantrag gefälscht. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt wegen Urkundenfälschung.

Neben Immobilien scheint sich die Familie Baar nun auch in der Fischbranche zu tummeln. Getreu dem von Sebastian Baar ausgerufenen Motto (wir dürfen hier machen was wir wollen) ließ sich wohl Robert Baar (über welchen Namen auch immer) vor der Eingangtür zum Wohnhaus Rheinstrasse 91 einen Verkaufsstand in Schiffsform bauen.

Hierfür reisten extra drei Zimmerer der Zimmerei Steffen Wegner an. Über eine Woche bauten sie Kreis- und Stichsägen, Arbeitstische, Farb- und Holzlager direkt vor der Eingangstür und im Hausflur des Wohnhauses auf. Von 07.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends kreischten die Sägen. Dabei wurde das Schiff nicht nur montiert, sondern komplett aus Rohstoffen gefertigt.

Die Bewohner des Hauses, Besucher, auch Kinder, müssten sich zwischen laufenden Sägen drängen, über Stromkabel klettern und durch Wolken aus Sägestaub kämpfen. Das benachrichtigte Ordnungsamt interessierte sich ebenso wenig für diesen Sachverhalt, wie das Umweltamt der Stadt.

Mehrfach besuchten Robert Baar und sein Sohn Sebastian die Baustelle. Laut Auskunft der Zimmerer wurden diese von Robert Baar beauftragt.

Kaum war der Verkaufsstand fertig gestellt, begann das nächste Kapitel. Der Verkaufsstand in Schiffsform, gebaut auf einem fahrbaren Anhänger, wurde von einem Transporter vom Hof gezogen. Im Laderaum des Transporters stand während der Fahrt eine Person, die die Türen aufhielt. Der Anhänger hatte kein Nummernschild, der Aufbau keine TÜV-Abnahme, das Schiff keine Beleuchtung, keine Blinker, keine Absicherung.

Nun ging es mit diesem Gespann quer durch die Innenstadt, nach Zeugenberichten auch über eine rote Ampel, direkt zum neuen Standort des Schiffes in der Parkstrasse.

Der Müll an der Produktionsstätte, bestehend auf Holzabfällen, Latten, Brettern und Farbtöpfen, steht noch heute vor dem Eingang zum Wohnhaus. Ein paar Meter weiter, direkt am Eingang zum Kinderspielplatz des Hauses, wurden diverse Holzlatten mit mehrere Zentimeter herausragenden Nägeln/Schrauben abgelegt. Diese stellen seit Wochen ein erhebliches Risiko für die spielenden Kinder dar.

Auch in Zukunft werden wir ein genaues Auge auf die Tätigkeiten des Robert Baar und seiner Söhne werfen.

Netzwerktreffen – Dienstag, 27.05.2014

Liebe NetzwerkerInnen,
hiermit laden wir sie und euch zum nächsten treffen des Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts ein. Es findet statt am Dienstag, 27.05.2014 im DGB-Haus, Weserstr. 51 um 18.00 Uhr.

Folgende Tagesordnung haben wir vorgesehen:

  1. Aktuelles
  2. Entwicklung der Nazi-Rocker
  3. Blut muss fließen
  4. Stadtrundfahrt
  5. Verschiedenes

 

Mit freundlichen Grüßen
Das Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts

Nazis, Rechtsradikale, nationale Sozialisten, 3. Front und alle weiteren Nazi-Strukturen sind von den Veranstaltungen ausdrücklich ausgeschlossen. Der Veranstalter behält sich vor, Personen, die er diesem Spektrum zuordnet, ein Hausverbot zu erteilen.

Urteil und Freispruch

Die beiden NPD-Aktivisten Jens Wagenlöhner und Jens-Malte Hillers mußten sich heute vor dem Amtsgericht Wilhelmshaven wegen Sachbeschädigung verantworten. Die beiden bekennenden Nazis nahmen an der NPD-Niedersachsentpour teil, die am 14.01.2013 auf dem Börsenplatz in Wilhelmshaven Halt machte.

Beim Betreten des Versammlungsplatzes riss Wagenlöhner, Vorsitzender der NPD Wilhelmshaven/Friesland, mehrere Plakate des Wilhelmshavener Netzwerkes gegen Rechts ab. Unter den Augen der anwesenden Bereitschaftspolizei und einer laufenden Videokamera zerstörte Wagenlöhner die Plakate.

Jens-Malte Hillers lief neben Wagenlöhner, legte aber selber wohl keine Hand an die Plakate. Zumindest war dies auf dem Beweisvideo nicht zu erkennen.

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Das gerne von der NPD verbreitete Bild, ihre Anhänger seien „politisch Verfolgte“, kam zu Fall, als die Richterin das Vorstrafenregister der beiden Nazis verließ. Beide haben bereits Verurteilungen wegen Diebstahls, Raub, Sachbeschädigung und Körperverletzung in ihren Akten. Wagenlöhner fuhr mehrfach betrunken, teils ohne Fahrerlaubnis. Insgesamt kommen beide Nazis auf 23 Eintragungen in ihren Registern, von denen sich 2-3 auf die Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole bezogen. Alle weiteren Straftaten waren die gewöhnlicher Krimineller.

Ist es nicht die NPD, die härtere Strafen für Räuber, Diebe und sonstige Straftäter fordert? Jens-Malte Hillers, der gerade eine Haftstrafe absitzt, wurde von zwei Justizbeamten in Handschellen vorgeführt. Wagenlöhner bekam eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen á 10,- €. Zum Schluß der Verhandlung kam er nicht umhin, seine ganze „Härte“ zur Schau zu stellen, als er der Richterin anbot, ihn doch in Haft zu nehmen. Diese konterte, daß es ihm freigestellt sei, die Geldstrafe auch abzusitzen.

Hillers wurde freigesprochen, da die reine Mittäterschaft nicht zwingend für eine Verurteilung ausreichend sei. Die Richterin verkannte aber nicht die politischen Beweggründe der beiden Nazis.

Neuer Rockerclub für Ex-NPD-Vorsitzenden

Der ehemalige Vorsitzende der NPD-Oldenburg, ehemaliges Mitglied der Nazi-Kameradschaften „AG Wiking“ und „Wolfshook white Brotherhood“, sowie ehemaliger Sänger des Nazi-Liedermacherduos „Frei & Stolz“, Björn Wilhelmsen, hat scheinbar eine neue Heimat gefunden. Nach den „Red Devils MC“, die Wilhelmsen aufgrund öffentlichen Drucks rausgeschmissen haben, zeigt sich dieser auf Facebook nun in der Kutte des „Riders MC Wilhelmshaven“.

Wilhelmsen war über viele Jahre Nazi-Aktivist, hat sich aber vor einigen Jahren aus der Öffentlichkeit und von Ämtern der NPD zurückgezogen. Im Internet ist auch von unbestätigten Vorwürfen zu lesen, er wäre als V-Mann für den Verfassungsschutz tätig gewesen.

Seine geistige Heimat bestätigte Wilhelmsen noch vor Kurzem, indem er den Nazi-Liedermacher und NPD-Bundespräsidentenkandidaten Frank Rennicke auf Facebook mit einem „Gefällt mir“ bedachte.

Bundesweit ist eine erhebliche Bewegung von Nazis zu Rockerclubs zu verzeichnen. In einigen Städten haben sich Nazi-Kameradschaften geschlossen in eigene Clubs umgewandelt. Zwar haben diese keine Motorräder, sie bedienen sich aber der Kleidung, den Abzeichen und dem öffentlichen Auftreten der Motorradclubs.

Grundwerte der Nazis sind dabei auch häufig bei den Motorradclubs zu finden. Bruderschaft statt Kameradschaft, Treue, Zusammenhalt und häufig die offen propagierte Gesetzlosigkeit und Gewaltbereitschaft der 1%er-Clubs gefallen den Nazis.

Wie vorgeschoben diese angeblichen Werte sind, erkennt man an den stetigen Wechseln vieler Mitglieder zwischen den bestehenden Clubs. So wechseln teils ganze Charter ihre Farben von heute auf morgen.

In Wilhelmshaven verdichten sich derweil die Anzeichen, daß die teils arg verfeindeten Clubs ihre Gebiete immer rabiater abstecken.

Motorradfahrer ohne Clubzugehörigkeit sprechen inzwischen offen von Ängsten und Bedrohungen durch die großen Clubs. Es reicht der falsche Auspuff oder die falsche Maschine, um ins Visier der 1%er zu geraten. In Wilhelmshaven ist der Kampf um die Straße entbrannt, ohne daß es die Öffentlichkeit und Politik wahrnehmen würde. Zu Partys der Clubs ist dann aber für jeden erkennbar, in welcher Größenordnung Clubmitglieder ihre Kutten durch die Stadt tragen.

Auch der Oberbürgermeister der Stadt Wilhelmshaven hat scheinbar Berührungspunkte mit den Rockern und Nazis. So befindet sich Björn Wilhelmsen, trotz entsprechender Hinweise an den OB, noch immer in der Freundesliste von Andreas Wagner. Der Fahrer des Dienstwagens von OB Wagner soll Mitglied eines Motorradclubs sein.

Dabei ist es natürlich reine Spekulation, daß vertrauliche Informationen aus z.B. Telefonaten während Fahrten mit dem Dienstwagen des Oberbürgermeisters vom Fahrer an die Clubs weitergegeben werden könnten.